Profil
Berufliche Prägung und professionelles Selbstverständnis
Mein beruflicher Einstieg in die präklinische Notfallmedizin hat mein Verständnis für die Komplexität menschlicher Physiologie sowie für die besondere Verletzlichkeit von Patientinnen und Patienten in existenziellen Grenzsituationen nachhaltig geprägt. Die Tätigkeit im Rettungsdienst machte früh deutlich, dass professionelles Handeln im Gesundheitswesen über die Anwendung rein faktischen Wissens hinausgeht und ein vertieftes, sinn- und kontextbezogenes Verständnis medizinischer Zusammenhänge erfordert.
Diese Einsicht spiegelte sich auch in meiner eigenen Lernbiografie wider. Der Übergang von
überwiegend reproduktivem Faktenlernen hin zu einem verstehensorientierten, intrinsisch motivierten Lernprozess bildete eine wesentliche Grundlage für meine spätere pädagogische Tätigkeit. Daraus entwickelte sich die Überzeugung, dass nachhaltige Bildungsprozesse im Gesundheitswesen dort entstehen, wo theoretische Fundierung, praktische Erfahrung und reflektierte Einordnung systematisch miteinander verknüpft werden.
Meine langjährige Tätigkeit im Rettungsdienst war mit einer kontinuierlichen Auseinandersetzung mit ethisch relevanten Fragestellungen verbunden. Wiederkehrend stellten sich Situationen, in denen unter erheblichem Zeitdruck priorisiert werden musste, Entscheidungen am Lebensende zu treffen waren, mit begrenzten Ressourcen verantwortungsvoll umzugehen war oder besonders vulnerable Patientengruppen im Fokus standen.
Diese Erfahrungen machten deutlich, dass solche Herausforderungen nicht allein durch klinische Routinen oder individuelle Intuition bewältigt werden können. Sie bildeten vielmehr den Ausgangspunkt für eine vertiefte und systematische Auseinandersetzung mit grundlegenden medizinethischen Fragestellungen und mit der Frage, wie ethische Orientierung professionelles Handeln im präklinischen Kontext unterstützen kann.
Präklinische Notfallmedizin
Meine langjährige Tätigkeit im Rettungsdienst als Rettungsassistent in verschiedenen Rettungsdiensten in Baden-Württemberg sowie meine Rolle als Praxisanleiter prägen mein Verständnis für physiologische Komplexität und die besonderen Entscheidungsanforderungen der präklinischen Versorgung.
Medizinpädagogik
Studium der Medizinpädagogik B. A. mit Schwerpunkt auf didaktischer Konzeptentwicklung, kompetenzorientiertem Lernen und der vertieften Auseinandersetzung mit medizinischem Fachwissen.
Medizinethik
Studium der Medizinethik M. A. an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz, dem mit Schwerpunkt auf der systematische Reflexion ethischer Fragestellungen in der Gesundheitsversorgung sowie der vertieften Auseinandersetzung mit ethischen Paradigmen, insbesondere dem Kontraktualismus.
Ethikberater
Meine Qualifikation und Tätigkeit als zertifizierter Ethikberater (AEM) prägen mein professionelles Selbstverständnis und ermöglichen eine fundierte Begleitung ethischer Entscheidungsprozesse im Gesundheitswesen – vor allem im außerklinischen und präklinischem Setting
Der konsequente Weg in die Medizinpädagogik sowie das anschließende Studium der Medizinethik ermöglichten es mir, diese unterschiedlichen Perspektiven systematisch zusammenzuführen. Mein heutiges berufliches Selbstverständnis ist geprägt durch die Verbindung medizinischer Fachlichkeit, pädagogischer Professionalität und ethischer Reflexionskompetenz.
Im Zentrum steht dabei die Überzeugung, dass professionelles Handeln im Gesundheitswesen nicht allein auf fachlichem Wissen und praktischen Fertigkeiten beruht, sondern in besonderem Maße die Fähigkeit zur ethischen Reflexion und Orientierung in komplexen Entscheidungssituationen erfordert.
© Maurice Burgbacher